Keller-Karl

Lichtschacht und Kellerfenster vor Starkregen schützen

Kellerfenster und Lichtschächte liegen am tiefsten Punkt der Fassade. Läuft bei Starkregen Wasser über das Grundstück aufs Haus zu, findet es hier den Weg in den Keller. Die gute Nachricht: Hier helfen oft schon kleine Umbauten.

Stand: 7. November 2026

Woher das Wasser kommt

Ein Lichtschacht kann auf drei Wegen volllaufen: von oben, wenn es direkt hineinregnet; von der Seite, wenn Oberflächenwasser über Terrasse, Rasen oder Einfahrt zuläuft; und von unten, wenn sein Ablauf an der Grundleitung hängt und der Kanal zurückdrückt. Jeder Weg braucht eine andere Antwort. Schau dir auf der Starkregenkarte an, ob ein Fließweg an deinem Haus entlangführt; dann ist der seitliche Zulauf das größte Risiko.

Maßnahmen nach Aufwand

MaßnahmeHilft gegenAufwand
Laub und Schmutz aus Schacht und Ablauf entfernenRückstau im Schacht bei normalem RegenSelbst, zweimal im Jahr
Abdeckung über dem GitterrostRegen von oben, LaubSelbst, gering
Aufkantung des Schachtrands oder AufsatzelementOberflächenwasser von der SeiteHandwerker oder geübte Heimwerker
Gelände vom Haus weg neigen, Rinne oder Schwelle davorOberflächenwasser von der SeiteGarten- und Landschaftsbau
Ablauf im Schacht von der Grundleitung trennen oder sichernRückstau aus dem KanalFachbetrieb
Druckwasserdichtes Kellerfenster oder dichter LichtschachtStehendes Wasser bis über den FensterrandFachbetrieb, höhere Kosten

Aufkantung: der wirksamste Schritt

Der neue Leitfaden des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) betont: Schon kleine bauliche Veränderungen helfen, Aufkantungen schützen Lichtschächte und Kellerabgänge vor einströmendem Wasser. Viele Hersteller bieten Aufsatzelemente an, die den Schachtrand um einige Zentimeter erhöhen. Dazu gehört, dass das Gelände rund ums Haus vom Haus weg fällt und nicht zu ihm hin.

Wie hoch die Aufkantung sein muss, zeigt die Starkregenkarte: Sie gibt die mögliche Wassertiefe an deinem Haus an. Plane mit Reserve, die Karten sind nicht zentimetergenau.

Druckwasserdichte Fenster

Wenn Wasser länger vor der Fassade stehen kann, etwa in einer Senke oder bei Fluss-Hochwasser, reicht eine Aufkantung nicht. Dann helfen nur Fenster und Lichtschächte, die für einen bestimmten Wasserdruck geprüft sind, oder mobile Abdeckungen, die im Ernstfall aufgesetzt werden. Lass dir die Prüfhöhe schriftlich geben, sie sagt, wie hoch das Wasser vor dem Fenster stehen darf.

Wer Fenster und Schächte dicht macht, muss auch an den Wasserdruck aufs Mauerwerk und an den Auftrieb denken. Bei hohem Grundwasser oder langem Hochwasser gehört das in die Hand eines Fachplaners, siehe Keller abdichten.

Der Ablauf im Schacht

Viele Lichtschächte haben unten einen kleinen Ablauf. Führt er in die Grundleitung, liegt er praktisch immer unter der Rückstauebene, und bei Starkregen kommt das Kanalwasser genau hier hoch. Nach DIN 1986-100 darf Regenwasser von solchen Flächen nur rückstaufrei in den Kanal. Kleine Flächen bis etwa 5 m² sollen möglichst versickern. Der Rückstau-Check sagt dir, was in deinem Fall passt.

Häufige Fragen

Wie hoch muss eine Aufkantung am Lichtschacht sein?

So hoch, dass Wasser, das über das Grundstück fließt, nicht darüber schwappt. Die Starkregenkarte zeigt dir, wie tief das Wasser an deinem Haus stehen kann; plane die Aufkantung mit Reserve darüber. Liegt das Haus in einem Fließweg, braucht es mehr oder eine dichte Abdeckung.

Hilft eine Abdeckung gegen Regen?

Eine Abdeckung aus Kunststoff oder Acryl über dem Gitterrost hält Regen ab, der direkt in den Schacht fällt, und Laub, das den Ablauf verstopft. Gegen Wasser, das über die Fläche zuläuft, hilft sie nur, wenn sie dicht ist und zusammen mit einer Aufkantung eingebaut wird.

Wohin läuft das Wasser im Lichtschacht?

Meist über einen kleinen Ablauf im Boden des Schachts in eine Sickerschicht oder die Grundleitung. Hängt er an der Grundleitung, liegt er unter der Rückstauebene und kann bei Starkregen Wasser zurückdrücken. Dann gehört er gesichert oder abgetrennt.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Entwässerungssatzung deiner Gemeinde, die Bedingungen deiner Versicherung, die Förderrichtlinie des Trägers und die Einbauanleitung des Herstellers. Rückstausicherungen und Hebeanlagen gehören in die Hand eines Fachbetriebs.