Keller-Karl

Wie sicher ist dein Keller bei Starkregen?

Karl kartiert nichts selbst. Er bringt dich zu den amtlichen Gefahrenkarten deines Bundeslands, sagt dir, worauf du dort schaust, und macht aus deinen Antworten eine Liste, was dein Haus wirklich schützt.

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Karl sucht dir die amtlichen Karten deines Bundeslands heraus.

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Auf den Karten ablesen und eintragen

Hochwasserkarte: Liegt dein Grundstück in einer Überflutungsfläche?

Auf der Hochwassergefahrenkarte deines Landes ablesen.

Starkregenkarte: Wie tief steht das Wasser am Haus?

Auf der Starkregenkarte beim seltenen oder außergewöhnlichen Ereignis ablesen.

Wie liegt dein Haus?
Keller?
Gibt es im Keller Abläufe? (Bodenablauf, Waschmaschine, Dusche, WC)
Hast du eine Elementarschadenversicherung?
Was liegt bei dir tief? (mehrere möglich)

Starkregen

Fluss-Hochwasser

Rückstau aus dem Kanal

Einschätzung aus deinen Antworten, keine Begutachtung. Genaueres liefert ein Hochwasserpass von einem Sachkundigen.

Was Karl dir rät

    Alles unter der Straße ist gefährdet

    Bei Starkregen läuft der Kanal voll, und das Wasser darin steigt, bis es an der niedrigsten Stelle austritt, meist an den Schachtdeckeln auf der Straße. Diese Höhe heißt Rückstauebene. Jeder Ablauf, der tiefer liegt, wird dann zur Quelle: Bodenablauf, Dusche, WC oder Waschmaschine im Keller.

    Die Gemeinde kommt dafür in aller Regel nicht auf. Die Entwässerungssatzung schreibt dir vor, dich selbst zu sichern, und fehlt die Sicherung oder ist sie nicht gewartet, kann auch die Versicherung kürzen oder ablehnen.

    Rückstau-Check: Was brauche ich?

    Schnitt durch Haus, Straße und Kanal: Bei Starkregen steigt das Wasser im Kanal bis zur Straßenoberkante, der Rückstauebene. Jeder Ablauf im Keller liegt darunter. Rückstauebene meist Straßenoberkante Keller unter derStraße Kanal voll Sicherung
    Bei Starkregen steigt das Wasser im Kanal bis zur Rückstauebene. Die Rückstausicherung schließt die Grundleitung, bevor es durch den Bodenablauf in den Keller drückt.

    Geplant, nicht beschlossen · Stand 7. November 2026

    Pflicht zur Elementarversicherung

    Noch nicht beschlossen. Am 21. Oktober 2026 haben Justiz- und Finanzministerium ein Diskussionspapier vorgelegt, einen Gesetzentwurf gibt es noch nicht. Stellungnahmen sind bis 2. Dezember 2026 möglich.

    • Neue Verträge: Wer eine Wohngebäudeversicherung neu abschließt, soll sie nur noch mit Schutz gegen Elementarschäden angeboten bekommen. Der Selbstbehalt soll höchstens 10 Prozent der vereinbarten Versicherungsleistung und höchstens 20.000 Euro betragen.
    • Bestehende Verträge: Bestehende Wohngebäudeversicherungen ohne Elementarschutz sollen ein Erweiterungsangebot bekommen. Wer nicht reagiert, dessen Vertrag soll ein Jahr nach Anwendbarkeit der neuen Regel automatisch erweitert werden. Ganz ohne Elementarschutz zu bleiben, ist nach Fachmedien nicht vorgesehen; geprüft wird stattdessen eine günstigere Mindestversicherung.
    • Günstigere Mindestversicherung: Geprüft wird eine Wahl für einen abgespeckten Schutz mit hohem Eigenanteil: Im Schadensfall müssten Eigentümer bis zu 50 Prozent der Versicherungssumme selbst tragen, höchstens 100.000 Euro. Ob es diese Wahl gibt, ist offen.

    Was geplant ist, was es kostet und was du jetzt tun kannst

    Häufige Fragen

    Wie finde ich heraus, ob mein Haus bei Starkregen gefährdet ist?

    Auf der Starkregen-Hinweiskarte deines Bundeslands oder der bundesweiten Hinweiskarte des BKG. Sie zeigt, wie tief das Wasser bei einem seltenen und einem extremen Regen an deiner Adresse stehen würde. Keller-Karl verlinkt dir oben die richtige Karte zu deiner Postleitzahl und erklärt, was du ablesen musst.

    Was ist die Rückstauebene?

    Die Höhe, bis zu der Abwasser im Kanal bei Starkregen steigen kann. Meist ist das die Straßenoberkante an deinem Anschluss, die genaue Festlegung steht in der Entwässerungssatzung deiner Gemeinde. Jeder Ablauf darunter, etwa ein Bodenablauf oder ein WC im Keller, braucht eine Rückstausicherung.

    Zahlt die Wohngebäudeversicherung bei Starkregen?

    Für Wasser, das bei Starkregen von außen eindringt oder aus dem Kanal zurückdrückt, nur mit dem Zusatzbaustein Elementarschäden. Rund 59 Prozent der Wohngebäude in Deutschland haben ihn laut Bundesjustizministerium. Bei Rückstau verlangen Versicherer meist eine funktionierende, gewartete Rückstausicherung.

    Kommt die Pflicht zur Elementarversicherung?

    Sie ist geplant, aber nicht beschlossen. Am 21. Oktober 2026 haben Justiz- und Finanzministerium Eckpunkte vorgelegt: Neue Wohngebäudeversicherungen sollen nur noch mit Elementarschutz angeboten werden, bestehende auf Angebot erweitert werden. Ein Gesetzentwurf soll folgen.

    Haftet die Stadt, wenn das Wasser aus dem Kanal kommt?

    In aller Regel nicht. Die Entwässerungssatzungen verpflichten die Eigentümer, sich selbst gegen Rückstau zu sichern, und schränken die Haftung der Gemeinde stark ein, meist auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit oder ganz bei Naturereignissen. Ohne funktionierende Sicherung zahlt die Gemeinde praktisch nie. Die Kanäle sind nicht für jeden Starkregen bemessen.